I don’t care how you name Him
He is always the same
I just know that we shame Him
When we kill in His name

This can’t go on forever
This war in a ring
Gotta bring us together
Like beads on one string
(The Who)

In dem Song „Beads on one string“ aus der aktuellen LP „WHO“ zitiert Pete Townshend die Worte seines spirituellen Meisters Meher Baba (1894-1969), der die Menschheit zu einem religiösen Frieden ermahnte. Damit zeigt Townshend, dass der Einfluss seines einstigen geistigen Lehrers noch immer in ihm stark und lebendig ist. Das legendäre Konzept-Album „Tommy“ war auf besondere Weise inspiriert durch die Begegnung mit Mehre Baba (später sollte auch noch Bobby McFerrin mit „Don‘t worry, be happy!“ Worte des Meisters zu einer Pop-Hymne vertonen). „Je größer die Liebe, desto sanfter die Stimme.“ auch das ein Wort Meher Babas. Noch immer hat die Welt nicht zu diesem Frieden gefunden, noch immer schreit der eine den anderen an. Dabei ist insgeheim doch allen klar dass nur Gerechtigkeit, Frieden, Freiheit und Freundschaft eine Basis für das Zusammenlenben bilden können.

Wann hören die Religionen dieser Welt auf sich zu bekriegen? Dem Fundamentalismus auf allen Seiten sollte der Wind aus den Segeln genommen werden, doch wie kann das geschehen? Es ist Zeit für eine Religionsreform, sagt Shaikh Abdullah Bin Mohammed al Salmi, so schwierig diese auch sein mag. Zeit für die Erkenntnis, dass verhärtete Glaubenspositionen das Kind mit dem Bade ausschütten, wenn sie Gott möglichst exklusiv und buchstäblich vereinnahmen. Was authentische Offenbarung war wurde immer wieder zu falscher Religion, in dem gefährlichen Glauben das das theologische System und Gottes Wille eins seien. Dabei hat der Mensch das Recht sich zu irren. Wenn Gott selbst den Teufel zulässt und nicht vernichtet, umso mehr wird er doch den menschlichen Andersgläubigen dulden. Der Fundamentalismus ist blind dafür, „dass alles, was nicht aus Freiheit geschieht, moralisch wertlos und religiös wesenlos ist.“ (1)

Der „Krieg um den Ring“ ist noch immer im Gange, auch wenn Gotthold Ephraim Lessing vor 240 Jahren mit seiner Ring-Parabel in „Nathan der Weise“, einem Gleichnis das bis auf das 11. Jahrhundert zurückgeht, einen Ausweg aus dem Dilemma aufgezeigt hatte. Christentum, Islam, Judentum, Buddhismus und Hinduismus sind die wichtigsten religiösen Ausprägungen der Gegenwart. Scheinbar erzählt jede Tradition eine andere Geschichte und steht in vielerlei Widerspruch zu den konkurrierenden Offenbarungen. Die Christenheit hat noch immer nicht ihre Trennung in Katholiken, Orthodoxen und Protestanten überwunden, die islamische Welt ist gespalten in Sunniten, Schiiten und andere Strömungen und auch die anderen Religionen kennen das Phänomen des Schisma, des Glaubensstreits. Wenn nun noch nicht einmal innerhalb einer Glaubenslehre Einheit herzustellen möglich ist, wie soll dies gelingen im Konzert der verschieden Religionen der Welt?

Es kann nicht darum gehen, die eine „Perle“ gegen die andere auszuspielen. Worum es geht und wonach wir alle heute dürsten, ist die Erneuerung der wahren Religion, das heißt die Wiedervereinigung der Menschheit mit dem Göttlichen. Wir alle sollten hören auf das Pochen des Herzens der Welt. Und etwas lässt sich feststellen in der heutigen Zeit, die sich soweit entfernt hat von diesem Ziel: es gibt „ein Klima der Erwartung in der Welt, einer durch die Jahrhunderte hindurch aufrechterhaltenen, meditierten und intensivierten Erwartung. Wäre sie nicht von oben genährt und geführt worden, so würde sich die Energie der bloßen menschlichen Erwartung schon seit langem erschöpft haben. Sie erschöpft sich aber nicht, sondern im Gegenteil, sie wächst, und dies, weil sie auf eine Wirklichkeit hinzielt und nicht auf eine Illusion. Und diese Wirklichkeit ist die historische Erfüllung des großen Werkes der Vereinigung von Spiritualität und Intellektualität, von Offenbarung und Humanismus in gesamtmenscheitlichen Maßstab.“ (2)

Hindus erwarten den Kalki, den zehnten Avatar, die letzte Inkarnation des Vishnu; Buddhisten erwarten den Maitreya, den Buddha der Zukunft und großen kommenden Weltlehrer, Muslime erwarten den zwölften Imâm, Muhammad ibn al-Hasan al-Mahdi; die Juden erwarten den Messias und die Christen erwarten die Wiederkunft Jesu. Was wäre wenn alle diese Erwartungen sich in einer Person erfüllen würden, die keine neue Religion begründet sondern den Weg des Heils lehrt UND bewirkt? Einer historischen Persönlichkeit, die Antwort und Erfüllung aller Offenbarungen ist? „Er wird nicht allein den tiefen Sinn der Offenbarung erklären, sondern er wird die Menschen selbst zur erleuchtenden Erfahrung der Offenbarung gelangen lassen, wobei nicht er es sein wird, der Autorität gewinnt, sondern derjenige, der da ist ‘das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, der in diese Welt kommt‘ (Joh 1,9), nämlich Jesus Christus, das fleischgewordene Wort, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist.“ (3)

(1) Valentin Tomberg, Innere Gewissheit, S. 165
(2) Anonymus, Die großen Arcana des Tarot, S. 667
(3) Anonymus, Die großen Arcana des Tarot, S. 675